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Thema: Bitte um Meinungen und Einschätzungen

  1. #1
    Foren-Dauerbesucher Avatar von hendrik
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    Bitte um Meinungen und Einschätzungen

    Hallo,

    ich fahre auf der AB X (sonniges klares Wetter, wenig Verkehr) mit einem 50´er Reisebus (30 Insassen). 100 Km/h Zulassung.

    Auf einer längeren Geraden ist vor mir ein langsamer Kleinwagen mit ca. 80 Km/h unterwegs.

    Rückspiegel: Alles auf ca. 2 Km frei.

    Blinker gesetzt und nach links rausgezogen.

    Dann sehe ich am Ende des Überholvorganges mal links mal rechts im Spiegel einen dunkelen PKW in mehr als 500 m Entfernung.

    Am Ende der Fahrt frage ich erwachsene Mitreisende die hinten "gewinkt" haben.

    Antwort: Da kam ein schwarzer XXX mit guten 200 Km/h auf der rechten Fahrbahn, zog links rüber, sah den Bus, zog rechts rüber und bremste stark.

    Bei dem Manöver kam er ins Schleudern drehte sich und rauschte in die rechte Leitplankte.

    Ausage des einen Zeugen "Fahrfehler, der hat entweder gepennt oder telefoniert oder war besoffen oder bekifft"

    Hab ich damit was zutun

    Danke hendrik

  2. #2
    Super-Moderator Avatar von Anagrom Ataf
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    Nach der Schilderung nicht, aber vorsorglich sollte man die Namen und Anschriften der Reisenden aufbewahren, die das Ganze sahen.
    Demokratie ist eine Einrichtung, die es den Menschen gestattet, frei zu entscheiden, wer an allem schuld sein soll.

  3. #3
    Foren-Dauerbesucher Avatar von hendrik
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    Danke Anagrom Ataf,

    Namen und Anschrift habe ich.

    Mal schauen.

    Gruß hendrik

  4. #4
    Foren-Dauerbesucher Avatar von Blackbird
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    in solchen Situationen Zeugen zu haben ist natürlich nie verkehrt...

    Aber das brauch ich dir ja nicht zu erzählen...

    Fahrfehler, der hat entweder gepennt oder telefoniert oder war besoffen oder bekifft
    es soll schon Fälle gegeben haben da waren alle vier Vorfälle gleichzeitg im Spiel

  5. #5
    Gehört hier zum Inventar... Avatar von gm2601
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    Mir ist, bis auf den Crash in die Leitplanke, die Situation des PKW-Fahrers bekannt.

    Nehmen wie die vorliegenden Angaben 2000m nach hinten frei und die von den Fahrgästen geschätzte Geschwindigkeit von "200 Km/h" was 55.5 m/s entspricht.

    Um eine Strecke von 2000m zu durchfahren braucht er also 36,0 Sekunden.
    Die in dieser Zeit vom Busfahrer zurückgelegte Strecke, die den Bremsweg verlängert, ist dabei nicht berücksichtigt.

    Wenn der PKW-Lenker wirklich "geschlafen" gibt es keine weiteren Erklärungen, falls nicht, neige ich dazu die Angaben in Frage zu stellen, denn 36 Sekunden sind reichlich zum Bremsen.

    Frage dazu an die Profis:
    Ist der Busfahrer in so einer Situation Unfallbeteiligter?

  6. #6
    Foren-Dauerbesucher Avatar von hendrik
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    Zitat Zitat von gm2601 Beitrag anzeigen
    Frage dazu an die Profis:
    Ist der Busfahrer in so einer Situation Unfallbeteiligter?
    Das ist ja meine Frage.

    Meine 42-jährige Punkte- und unfallfrei Fahrerei mit weit über 2,5 Mio. Km sagt mir eindeutig nein

  7. #7
    Foren-Dauerbesucher Avatar von hendrik
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    Zitat Zitat von Blackbird Beitrag anzeigen
    es soll schon Fälle gegeben haben da waren alle vier Vorfälle gleichzeitg im Spiel
    Yep, da sind wir einer Meinung.

    MfG

  8. #8
    Gehört hier zum Inventar... Avatar von gm2601
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    Im alten Forum wurde ich mal aufgeklärt, daß jeder der mittelbar oder unmittelbar an einem Unfallgeschehen beteiligt ist, eben auch Unfallbeteiligter ist.

    Ich bin mir der Situationsbeurteilung nicht sicher, aber in der Zeit, die ein PKW mit 200Km/h durcheilt, fährt ein Bus der halben Geschwindigkeit logischerweise die halbe Strecke und erhöht somit den Bremsweg des PKWs.

    Was nun unfallursächlich war, weit höhere Geschwindigkeit (was ist "gut" 200?) des PKWs, Schlafmützigkeit, falsche Entfernunseinschätzung... steht in den Sternen.

  9. #9
    Foren-Dauerbesucher Avatar von hendrik
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    Zitat Zitat von gm2601 Beitrag anzeigen
    Im alten Forum wurde ich mal aufgeklärt, daß jeder der mittelbar oder unmittelbar an einem Unfallgeschehen beteiligt ist, eben auch Unfallbeteiligter ist.
    Tja unmittelbar scheidet nach m. M. aus, mittelbar ebenso, da sich alles gute 500 m hinter mir abspielte.

  10. #10
    Super-Moderator Avatar von Anagrom Ataf
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    Unfallbeteiligt ist der, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann. Nach der Schilderung war das nicht der Fall.
    Demokratie ist eine Einrichtung, die es den Menschen gestattet, frei zu entscheiden, wer an allem schuld sein soll.

  11. #11
    Foren-Dauerbesucher Avatar von hendrik
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    Zitat Zitat von Anagrom Ataf Beitrag anzeigen
    Unfallbeteiligt ist der, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann. Nach der Schilderung war das nicht der Fall.
    Danke,

    ist auch meine Denkweise, da sich ja alles ca. 500 m hintermir abgespielt hat.

  12. #12
    Gehört hier zum Inventar... Avatar von DerKoch
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    Im § 142 StBG Heißt es ganz klar...
    (5) Unfallbeteiligter ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann.
    Das "Verhalten" ist die Tatsache dass überholt wurde (der Bus hat überholt).
    Das steht nicht "fehlerhaftes" oder "falsches" Verhalten sondern einfach nur "Verhalten" und das ist hier gegeben.

    Weiter heißt es Sinngemäß dass ausreicht wenn man zum Unfall beigetragen haben kann.
    Es ist nicht die Rede von "Unfall verursacht" oder "schuldig am Unfall".

    Wenn der Autofahrer das Lenkrad verreist weil er plötzlich merkt dass es nach vorne nicht mehr weiter geht (weil da der Bus ist) dann kann die pure Existenz des Busses auf der Überholspur dazu beigetragen haben dass der Unfall passierte.

    Das alles sagt nichts über Schuld oder Unschuld von irgendwem aus aber darum geht es auch nicht.

    Im Übrigen weiß kein Mensch ob das mit den 500m Abstand oder der Geschwindigkeit von 200km/h überhaupt stimmt.
    Bei erwachsenen Menschen die während einer Busfahrt aus dem Heckfenster raus einem 500m entfernten Auto zuwinken könnte man ja schon einige Zweifel anmelden.
    Am Ende der Fahrt frage ich erwachsene Mitreisende die hinten "gewinkt" haben.
    Sie müssen ja hinter raus gewinkt haben sonst hätten sie das Auto nicht gesehen.

    Bis hierher war es aber alles noch nichts was nach § 142 StGB bestraft wird, denn es muss Vorsatz vorliegen.

    (2) Nach Absatz 1 wird auch ein Unfallbeteiligter bestraft, der sich
    2. berechtigt oder entschuldigt




    vom Unfallort entfernt hat und die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht.
    Dadurch dass der Busfahrer vom Unfall gar nichts gemerkt hat war er natürlich auch nicht verpflichtet anzuhalten.


    Ab hier ist es aber Vorsatz.
    Nachdem ihm die Winkegäste aber erklärten was passiert ist hätte er sich bei der Polizei melden müssen.

    Ausschlaggebend ist die Tatsache dass nach der Schilderung der Fahrfehler des Autofahrers im Zusammenhang mit dem Bus stand.
    Es gibt ein Urteil vom AG Darmstadt welches keinen Verstoß gegen § 142 StGB sieht wenn jemand auf der linken Spur fährt und auf der rechten Spur ein Unfall passiert, da in dem Fall das Fahrverhalten (Fehlverhalten) der verunfallten Fahrzeugführer nichts mit dem auf der linken Spur fahrenden zu tun hatte.
    Genau das ist hier aber anders.



    Es dürfte allerdings auch selbstverständlich sein dass hier nichts nachkommt weil der Autofahrer bestimmt andere Sorgen hatte als das Kennzeichen vom Bus zu notieren und alle Anderen interessiert sowas nicht.


    OT
    Ausage des einen Zeugen "Fahrfehler, der hat entweder gepennt oder telefoniert oder war besoffen oder bekifft"
    Sag diesem einen Zeugen von mir einen schönen Gruß und das ist blödes Stammtischgeschwätz.

    Hier wird jemanden den man gar nicht kennt vorgeworfen eine OWI bzw Straftat begangen zu haben, selbst Oberlehrer sollten sich Heut zu Tage solche Aussagen sparen.

  13. #13
    Super-Moderator Avatar von Anagrom Ataf
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    Ab hier ist es aber Vorsatz.
    Nachdem ihm die Winkegäste aber erklärten was passiert ist hätte er sich bei der Polizei melden müssen.
    Nein. Nach der Schilderung konnte das Verhalten des Busfahrers nicht zum Unfall beigetragen haben und das wurde durch die Gäste nur bestätigt.
    Ausschlaggebend ist die Tatsache dass nach der Schilderung der Fahrfehler des Autofahrers im Zusammenhang mit dem Bus stand.
    Wenn man bloße Anwesenheit auf der Straße als Verhalten sehen würde, wären gleich alle Verkehrsteilnehmer im Umkreis von Hunderten von Metern Unfallbeteiligte.
    Es gibt ein Urteil vom AG Darmstadt welches keinen Verstoß gegen § 142 StGB sieht wenn jemand auf der linken Spur fährt und auf der rechten Spur ein Unfall passiert, da in dem Fall das Fahrverhalten (Fehlverhalten) der verunfallten Fahrzeugführer nichts mit dem auf der linken Spur fahrenden zu tun hatte.
    Genau das ist hier aber anders.
    Es gibt viele Urteile von vielen Amtsgerichten, aber das ist nicht maßgeblich. Im Übrigen würde dieses angebliche Urteil dann durchaus passen.
    Demokratie ist eine Einrichtung, die es den Menschen gestattet, frei zu entscheiden, wer an allem schuld sein soll.

  14. #14
    Gehört hier zum Inventar... Avatar von DerKoch
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    Zitat Zitat von Anagrom Ataf Beitrag anzeigen
    Nein. Nach der Schilderung konnte das Verhalten des Busfahrers nicht zum Unfall beigetragen haben und das wurde durch die Gäste nur bestätigt.
    Das sehe ich eben anders.
    Durch die Fahrgäste wurde bestätigt dass der Autofahrer einen Fahrfehler begangen hat weil er auf Grund des Busses auf der Überholspur nicht mehr so schnell fahren konnte wie bisher.


    Zitat Zitat von Anagrom Ataf Beitrag anzeigen
    Wenn man bloße Anwesenheit auf der Straße als Verhalten sehen würde, wären gleich alle Verkehrsteilnehmer im Umkreis von Hunderten von Metern Unfallbeteiligte.
    Das habe ich oben schon versucht genauer zu erklären.
    Es geht nicht um die Anwesenheit an sich sondern um die Anwesenheit auf der Überholspur denn dort hin kommt man erst durch ein aktives Fahrmanöver das vom schlichten geradeausfahren abweicht und wie lange vor Auftauchen des Autos nach links ausgeschehrt wurde, könnte vom Autofahrer deutlich anders gesehen werden.

    Zitat Zitat von Anagrom Ataf Beitrag anzeigen
    Es gibt viele Urteile von vielen Amtsgerichten, aber das ist nicht maßgeblich.
    Das mag sein aber was anderes hatte ich gerade nicht.

    Zitat Zitat von Anagrom Ataf Beitrag anzeigen
    Im Übrigen würde dieses angebliche Urteil dann durchaus passen.
    Die grundlegenden Unterschiede im Ablauf des Geschehens habe ich oben schon erklärt.

    Einmal (im Urteil) wird davon ausgegangen dass der, der links gefahren ist nichts mit dem Unfall zu tun gehabt haben kann und im anderen Fall (der, der hier diskutieret wird) sagen Zeugen aus dass der Fahrfehler auf Grund der nicht freien, da durch den Bus belegten, linken Fahrspur ausgelöst worden sein kann.
    Genau um dieses letzte "KANN" geht es, da der Bus verantwortlich für den Fahrfehler sein KANN, dass er es wahrscheinlich nicht ist entlässt den Busfahrer doch nicht von den Pflichten die aus §142 StGB resultieren.

    Ich erinnere mich an ein Thema im alten Forum, da wurde diskutiert ob es sich um unerlaubtes entfernen von Unfallort handelt wenn in einer 30er Zone jemand vor einer Fahrbahnverengung gegen den Randstein fährt weil er geglaubt hat dass der Gegenverkehr (der deutlich jenseits der Verengung war) nicht genug Platz hätte.
    Es gab keine Gefahrensituation da großer Abstand zwischen den Fahrzeugen und die Personen im entgegenkommenden Auto haben beide (begleitetes fahren) nichts vom Bordsteinrempler des anderen mitbekommen.
    Soweit ich mich erinnere vielen damals die Antworten aber ganz anders aus... obwohl nicht mal Vorsatz zu sehen war.

    Ich weiß auch dass die 30er Zone keine Autobahn ist aber in beiden Fällen ist es klar dass keine Schuld am Unfall vorliegt und auch beidemal hat der Betroffene nichts vom Unfall mitgekriegt.
    In dem von mir beschriebenen alten Fall hat die Polizei aufgeschlagen, warum?

    Leider ist mir die Suche im alten Forum nicht wohlgesonnen sonst hätte ich nochmal genauer geschaut.

    Und wenn wir schon dabei sind... wenn mehrere Leute einen Unfall beobachten und dann nur dümmlich aus dem Fenster winken, was ist dann mit §323c StGB?

  15. #15
    Foren-Dauerbesucher Avatar von Mueck
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    Bzgl. purer Anwesenheit auf der Fahrbahn könnte man such auch die Fälle anschauen, an denen Radfahrer beteiligt waren, die auf der Fahrbahn statt auf dem Radweg fuhren, was von Autofahrern in der Regel als regelwidrig betrachtet wird (aber nicht immer ist: Benutzbarkeit, Rennlizenz, Weg nicht zielführend, Lastenräder etc.)
    Da meine ich mich zu erinnern, dass es schon genug Urteile gab, die die bloße regelwidrige Anwesenheit als keine Mitschuld begründend sahen. Aber wohl auch einige andere Urteile.
    Bzgl. des Vorwurfs der Unfallflucht, wo ein "kann" schon ausreicht, hilft das aber evtl. auch nicht.
    Der Unfall war wohl nicht bemerkbar, soweit, so gut.

    Was hat denn die lokale Presse am Unfallort hzw. der lokale Polizeipressedienst berichtet? "Polizei sucht noch einen Rowdy-Bus"? Oder "Alleinunfall eines Möchtegern-Schumis"?

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