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Thema: Folgekosten nach Blindgängerexplosion

  1. #1
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    Folgekosten nach Blindgängerexplosion

    Aus aktuellem Anlass und Interesse gefragt, wer zahlt jetzt eigentlich die Folgeschäden?
    Ist überhaupt jemand ersatzpflichtig oder bleiben die Eigentümer auf den Kosten sitzen?

    Für's Archiv: In München wurde ein Blindgänger aus dem 2. WK gefunden und kontrolliert gesprengt. Als Folge davon gingen diverse Glasscheiben kaputt und wohl einige Schäden durch Folgebrände vom entzündeten Stroh.

  2. #2
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    Generell sollte doch dafür eine Betriebshaftpflichtversicherung des Sprengmeisters herhalten!

  3. #3
    Gehört hier zum Inventar... Avatar von manshadow
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    Kann mir vorstellen, dass das auch in irgendeinem 2+4-Vertrag geregelt ist, den Verursacher - in diesem Fall die USA - nicht in Regress zu nehmen. Dann würde am Ende wohl der Bund haften.

  4. #4
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    Mh, die Idee mit der Betriebshaftpflicht wäre was.
    Aber muss die Überhaupt zahlen? Schließlich handelt es sich bei der Zündung der Bombe doch um Vorsatz.
    Oder überwiegt da die gute Absicht der Explosion und der Einwand alles nötige getan zu haben um die Folgen zu minimieren?

  5. #5
    Gehört hier zum Inventar... Avatar von manshadow
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    Das mit dem Vorsatz würde man wohl mit einem Rechtfertigungsgrund bzw. einer behördlichen Anordnung gebügelt kriegen. Aber ich kann mir dennoch nicht vorstellen, dass eine private Versicherung für einen am Ende doch unkalkulierbaren Schaden herhalten muss. Wen man die Detonation im Fernsehen gesehen hat, war das Ding nicht ohne...

  6. #6
    Häufiger anwesend Avatar von Muschelschubbser
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    Zitat Zitat von Devil67 Beitrag anzeigen
    Mh, die Idee mit der Betriebshaftpflicht wäre was.
    Aber muss die Überhaupt zahlen? Schließlich handelt es sich bei der Zündung der Bombe doch um Vorsatz.
    Ich bezweifle einfach mal, dass sich ein "Sprengmeister" gegen solche Schäden versichern kann. Aktuellen Pressemitteilungen entnehme ich, dass es sich hier um einen "Kriegsschaden" handelt, der offenbar nur schwer bis gar nicht versicherbar ist.

    Frage in die Runde: wer wäre denn für den Schaden haftbar, wenn diese Bombe

    a) während der Bauarbeiten
    b) einfach "nur so" wg. des verrotteten Zünders

    explodiert wäre? DER Schaden wäre doch wohl noch um einiges höher gewesen.


    Oder überwiegt da die gute Absicht der Explosion und der Einwand alles nötige getan zu haben um die Folgen zu minimieren?
    Hier sehe ich einen Ansatzpunkt. So wie ich es verstehe, sind die Brandschäden durch umherfliegendes brennendes Stroh, vermutlich als Dämmmaterial gegen Splitter und Druckwelle aufgehäuft, verursacht worden. Bei einer Sprengung auf freiem Feld mag das i.O. sein. Aber mitten in der Stadt scheint mir eine Tonne Sand geeigneter zu sein.

    muschelschubbser (muss glücklicherweise nur selten Bomben entschärfen)

  7. #7
    Forenabhängiger :-)
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    Zitat Zitat von Muschelschubbser Beitrag anzeigen
    Frage in die Runde: wer wäre denn für den Schaden haftbar, wenn diese Bombe

    a) während der Bauarbeiten
    b) einfach "nur so" wg. des verrotteten Zünders

    explodiert wäre? DER Schaden wäre doch wohl noch um einiges höher gewesen.
    Zu a) würde ich mal die Frage stellen was gemacht wurde. War man dort auf Suche nach dem Blindgänger und kann noch nachweisen das die eine unsachgemäße Suche die Zündung auslöste würde ich sagen die Baufirma. Gab es keinen Hinweis auf die Bombe, würde ich sagen Lebensrisiko.
    B) würde ich auch unter Lebensrisiko verbuchen.

    Zitat Zitat von Muschelschubbser Beitrag anzeigen
    Hier sehe ich einen Ansatzpunkt. So wie ich es verstehe, sind die Brandschäden durch umherfliegendes brennendes Stroh, vermutlich als Dämmmaterial gegen Splitter und Druckwelle aufgehäuft, verursacht worden. Bei einer Sprengung auf freiem Feld mag das i.O. sein. Aber mitten in der Stadt scheint mir eine Tonne Sand geeigneter zu sein.
    Wobei hier der Nachweis schwer werden dürfte ob es wirklich das Stroh war oder nicht doch ein Rest der Bombenhülle der heiß genug war.

    Über Stroh als Dämmmaterial kann man sicher vorzüglich streiten. Klar es brennt wunderbar, andererseits kann ich als Dämmmaterial für sowas nur Material nutzen das leicht ist und schnell verfügbar ist. Und dann darf mein Dämmmaterial keine schweren Fremdstoffe erhalten, so'n Strohballen dürfte auch von 250 kg Sprengstoff beschleunigt gegen eine intakte Fensterscheibe keine Chance haben, ein kleiner Stein schon.
    Zumal ja hier wohl eher keiner weiß wann und warum das Stroh ausgebracht wurde. Kann ja auch eine Notmaßnahme aus den vorherigen ~30 Stunden gewesen sein um die Folgen einer vorzeitigen, unkontrollierten Zündung abzumildern und es dann weiter genutzt wurde, weil ja eh da.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Devil67 Beitrag anzeigen
    Zumal ja hier wohl eher keiner weiß wann und warum das Stroh ausgebracht wurde.
    Gilt als erstklassiges Dämpfungsmateriel gegen die Druckwelle. Klar, es brennt prima, hat aber, wenn es brennt wenig Eigenenergie, --nicht umsonst spricht man oft vom Strohfeuer-- und verliert als nasses Stroh sehr viel von den Dämpfungseigenschaften und ist deutlich massereicher wenn eine größere Menge beschleunigt wird.

  9. #9
    Gehört hier zum Inventar... Avatar von manshadow
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    Mal was zum Nachdenken: Das in München war jetzt "nur" eine kontrollierte Sprengung einer 250 kg-Bombe. In Dresden fielen in nur zwei Tagen über 3.300 Tonnen - unkontrolliert...

  10. #10
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    Waren das nicht englische Bomben und sind somit nicht vergleichbar?

    Jeder Baggerzahn, gleichgültig in welcher schwer bombardierten Stadt kann eine Katastrophe auslösen, dh. wir sitzen alle irgendwie auf einer Bombe. "Eve of destruction" ist überall.

  11. #11
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    Zitat Zitat von gm2601
    Waren das nicht englische Bomben und sind somit nicht vergleichbar?
    Explodieren 3300 Tonnen amerikanische Bomben anders als 3300 Tonnen englische oder deutsche oder egal-woher-Bomben ?
    Richten sie weniger Unheil an ? Waren Sie sinnvoller als es amerikanische gewesen wären ?

    BTW: Es waren englische und amerikanische...

    Zitat Zitat von gm2601
    Jeder Baggerzahn, gleichgültig in welcher schwer bombardierten Stadt kann eine Katastrophe auslösen, dh. wir sitzen alle irgendwie auf einer Bombe. "Eve of destruction" ist überall.
    Das Risiko ist überschaubar. Hier im Ruhrgebiet werden beinahe täglich irgendwo Weltkriegs-Bomben gefunden.

  12. #12
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    Zitat Zitat von manshadow Beitrag anzeigen
    Explodieren 3300 Tonnen amerikanische Bomben anders als 3300 Tonnen englische oder deutsche oder egal-woher-Bomben ?
    Richten sie weniger Unheil an ? Waren Sie sinnvoller als es amerikanische gewesen wären ?
    Aber ja, denn gegen die Engländer pflege ich weit weniger Vorurteile als gegen die Amis.

    Aber ich hoffe dennoch für die Geschädigten, daß sie nicht auf ihrem Schaden sitzen bleiben.
    Vielleicht kann man dorthin in paar Brosamen aus dem Topf für Schuldenstaaten umleiten.

  13. #13
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    Zitat Zitat von gm2601
    Aber ja, denn gegen die Engländer pflege ich weit weniger Vorurteile als gegen die Amis.
    Bei mir ist es anders...
    Ich denke mir immer, der liebe Gott (oder wer auch immer) hat sich irgendwas dabe gedacht, dass er sie auf eine Insel platziert hat :-)
    OK, das war gemein und nicht ganz soo ernst gemeint...

    Zitat Zitat von gm2601
    Aber ich hoffe dennoch für die Geschädigten, daß sie nicht auf ihrem Schaden sitzen bleiben.
    Man spricht von einem Millionenschaden. Ich denke mal, dass die Geschädigten irgendwie entschädigt werden. Bayern ist reich. Außerdem mindert das den Länderfinanzausgleich ;-)

  14. #14
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    Zitat Zitat von manshadow Beitrag anzeigen
    Explodieren 3300 Tonnen amerikanische Bomben anders als 3300 Tonnen englische oder deutsche oder egal-woher-Bomben ?
    Richten sie weniger Unheil an ? Waren Sie sinnvoller als es amerikanische gewesen wären ?

    BTW: Es waren englische und amerikanische...


    Das Risiko ist überschaubar. Hier im Ruhrgebiet werden beinahe täglich irgendwo Weltkriegs-Bomben gefunden.
    Ich glaube es ging um den Zündmechanismus. Der amerikanische Zündmechanismus in der hier genannten Bombe war wohl sehr schwer zu entschärfen, deswegen wurde kontrolliert gesprengt.

    Was mich eher interessiert: Die gesplitterten Scheiben wären durch die Detonation so oder so entstanden. Die brennenden Dachstühle sind aber Produkt der sich entzündenden Strohballen gewesen die als Dämm-Material benutzt wurden. Ich bin zwar kein Entschärfungsexperte aber in meinen Augen ist die Verwendung von (bekanntermaßen leicht brennbarem) Stroh schon fahrlässig. Müsste nicht spätestens hier eine (Betriebs-)haftpflicht einspringen?

  15. #15
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    Zitat Zitat von KäptnB
    Ich glaube es ging um den Zündmechanismus. Der amerikanische Zündmechanismus in der hier genannten Bombe war wohl sehr schwer zu entschärfen, deswegen wurde kontrolliert gesprengt.
    Ja chemischer Langzeitzünder, dessen Entschärfung schief ging. Deshalb musste man sprengen.

    Zitat Zitat von KäptnB
    Ich bin zwar kein Entschärfungsexperte aber in meinen Augen ist die Verwendung von (bekanntermaßen leicht brennbarem) Stroh schon fahrlässig.
    Ich kenn mich auch nicht aus, aber Stroh hätte ich wahrscheinlich auch nicht genommen. Ich wüsste aber auch nicht, was stattdessen.

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