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Thema: Schwarzarbeit

  1. #1
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    Schwarzarbeit

    Ab wann ist eine Arbeit Schwarzarbeit?


    Ein Musiklehrer, der früher mal Lackierer gelernt hat, lackiert zwei unserer Heizkörper. Dies ist einmalig und sonst macht er sowas nicht.

    Wir wollen ihm pro Heizkörper etwa 70,- € geben.

    Wie ist dies zu bewerten: In der Familie sind wir uns nicht einig. Einige meinen das wäre Schwarzarebit, andere meinen, da keine Gewinnerzuielungsabsicht und nur Gelegenheitsarbeit ist nicht zu veranlassen. Ja was nu??

  2. #2
    Gehört hier zum Inventar... Avatar von gm2601
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    Wenn ich mir hier den § 1 ansehe, würde ich zu Schwarzarbeit tendieren, obwohl Abs. (3) Zweifel rechtfertigen könnten, aber wie ist "geringes Entgelt" definiert? (Geringer Wert liegt m.W. bei € 50.-)

  3. #3
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    Auch wenn es nur 1,- ist, ist es als Einkommen in der Steuererklärung anzugeben. Gewinnerzielungsabsicht ist ja eindeutig da, auch wenn es nur einmalig ist.
    Und wenn es angegeben wird, ist es keine Schwarzarbeit. Nachbarschaftshilfe ist es nicht, denn die wäre kostenlos.

  4. #4
    Gehört hier zum Inventar... Avatar von gm2601
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    Zitat Zitat von Opa-Frank Beitrag anzeigen
    Auch wenn es nur 1,- ist, ist es als Einkommen in der Steuererklärung anzugeben.
    Dagegen habe ich nichts vorzubringen, dennoch habe ich Probleme die Einnahme dieses fiktiven Euro in der Definition des § 1 unterzubringen.
    Gewinnerzielungsabsicht ist ja eindeutig da, auch wenn es nur einmalig ist.
    Kollidiert das nicht mir Absatz (3), denn da ist von "nachhaltig auf Gewinn gerichtet" die Rede, mit der Definition der letzten Zeile?
    Und wenn es angegeben wird, ist es keine Schwarzarbeit. Nachbarschaftshilfe ist es nicht, denn die wäre kostenlos.
    D'accord!

  5. #5
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    Zitat Zitat von Opa-Frank Beitrag anzeigen
    Nachbarschaftshilfe ist es nicht, denn die wäre kostenlos.
    Das ist so nicht ganz richtig, denn das Gesetz selbst spricht davon, dass ein "geringes Entgelt" noch nicht zu einer anderen Beurteilung führt, allerdings ohne das weiter zu definieren. Man darf auch nicht vergessen, dass das Thema Schwarzarbeit nicht nur steuerliche Problematiken umfasst sondern vor allem auch sozialversicherungsrechtliche, sozialrechtliche (bei Bezug von Sozialleistungen) und gewerbe- bzw. handwerksrechtliche (z. B. Ausübung von Tätigkeiten, für die man einen Meistertitel haben oder in die Handwerksrolle eingetragen sein muss).

    Ich habe selbst auch keine konkrete Erfahrung damit, was "geringes Entgelt" ist. Unschädlich wäre aber mit Sicherheit, wenn dem "freundlichen Nachbarn" nur seine Kosten (z. B. Reisekosten) erstattet würden, denn dann kann auch keine Gewinnerzielungsabsicht vorliegen. Das muss dann auch nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Dafür würde aber auch kein Schwarzarbeiter einen Finger krumm machen. Eine reine Kostenerstattung wäre aber überhaupt noch kein Entgelt.

    Gemeint wird mit dem "geringen Entgelt" wohl sein, dass nur eine kleine Anerkennung in Geld oder Geldeswert (Sachleistung) gezahlt wird, die also anders als bei richtiger Bezahlung keine angemessene Gegenleistung für die erbrachte Leistung darstellt. Bekommt jemand so viel, wie ein Schwarzarbeiter verlangen würde, kann es wohl nicht mehr um ein "geringes Entgelt gehen. Mit absoluten Beträgen wird man außerdem nicht weit kommen, es wird darauf ankommen, welcher Zeitaufwand angewendet wurde, also in welchem Verhältnis Leistung und Entgelt zueinander stehen. Wenn da gleichwohl ein Überschuss erzielt wird, wäre der sicherlich auch steuerlich anzugeben (das wären wohl ggf. "sonstige Leistungseinkünfte" nach § 22 Nr. 23 EStG, für die es allerdings auch noch eine kleine Freigrenze gibt).

  6. #6
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    Zitat Zitat von Opa-Frank Beitrag anzeigen
    Nachbarschaftshilfe ist es nicht, denn die wäre kostenlos.
    Sehe nicht nur ich, sondern erfahrungsgemäß auch das HZA, anders.

  7. #7
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    Ein Nebeneinkommen bis 410 Euro im Jahr ist steuerfrei und muß daher in der Steuererklärung auch nicht angegeben werden.

  8. #8
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    Zitat Zitat von muemmel Beitrag anzeigen
    Ein Nebeneinkommen bis 410 Euro im Jahr ist steuerfrei und muß daher in der Steuererklärung auch nicht angegeben werden.
    Angegeben werden muss es glaube ich schon, dass darauf keine Steuern erhoben werden, ist etwas ganz anderes.

    Grüße
    Uwe

  9. #9
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    70€ pro Heizkörper? inkl. Material? Wie groß sind bitte die Heizkörper? Wurden alle Vorarbeiten auch erledigt? Ist schon ein guter Stundenlohn!

  10. #10
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    Zitat Zitat von muemmel Beitrag anzeigen
    Ein Nebeneinkommen bis 410 Euro im Jahr ist steuerfrei und muß daher in der Steuererklärung auch nicht angegeben werden.
    Das ist so nicht richtig. Das gilt ausschließlich dann, wenn ansonsten nur Einkünfte als Arbeitnehmer und außer den maximal 410 EUR keine weiteren positiven oder negativen Enkünfte aus anderen Einkunftsarten erzielt werden. Unter dieser Voraussetzung löst das keine Steuererklärungspflicht aus. Wird eine Steuererklärung eingereicht, müssen die Einkünfte aber angegeben werden. Die werden auch als steuerpflichtige Einkünfte mit berücksichtigt, es wird unter dem Strich aber ein sogenannter Härteausgleich wieder abgezogen (wie gesagt, nur unter vorgenannten Voraussetzungen).

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