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Thema: Unkraut wuchert in unseren Zaun

  1. #1
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    Unkraut wuchert in unseren Zaun

    Hallo Zusammen,

    Wir wohnen in ländlicher Gegend im eigenen Einfamilienhaus in Bayern. Unser
    Grundstück ist rechteckig und grenzt mit je einer Seite

    a.) an die verkehrsberuhigte Ortsstraße
    b.) an das selbstgenutzte und mit einem EFH bebaute Grundstück unseres Nachbarn
    c.) an ein bis heute brach liegendes und unbebautes Nachbargrundstück (erschlossenes Bauland)
    d.) an eine landwirtschaftliche Fläche

    a.) und b.) bereiten keine Probleme.

    Nun zum Problem:

    Die Grundstücksseiten c.) und d.) sind mit einem Zaun eingefriedet. Durch diesen
    Zaun wächst nun diverses Unkraut aufgrund von nicht erfolgtem Mähen und nicht
    erfolgter Pflege der Grundstückseigentümer.

    Kann man die Eigentümer von c.) (erschlossenes Bauland) und d.)(landwirtschaftliche
    Fläche) verpflichten, deren unserem Grundstück angrenzenden Flächen sauber zu
    halten, damit kein Unkraut mehr in unseren Zaun wächst? Müssen die Eigentümer
    wöchentlich, monatlich oder gar nicht mähen und müssen die Eigentümer
    unseren Zaun vor Unkraut freihalten?

    Beim Unkraut, dass in unseren Zaun wächst reden wir nicht von wenigen Blättern,
    sondern von Büscheln entlang beider Grundstücksseiten.

    Bei der Grundstücksseite gem. d.)(landwirtschaftliche Fläche) stehen auf dem Nach-
    bargrundstück im Abstand von max. 2 m auch Büsche und Sträucher mit einer Höhe
    von geschätzt mehr als 4 m.

    Gibt es Richtlinien, die besagen, wie weit weg und max. wie hoch diese Sträucher
    sein dürfen um unsere Sicht nicht allzu sehr einzuschränken ?

    Vielen Dank im Voraus für die Informationen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Raiwei

  2. #2
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    Nein. Sie dürfen lediglich das Unkraut das auf Ihr Grundstück hinüberwächst
    beseitigen und selbst entsorgen. Sie können Ihre Nachbarn zu nichts verpflichten.

  3. #3
    Gehört hier zum Inventar...
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    wie lange stehen die Büsche schon dort? haben sie einspruch eingelegt, als diese noch klein und neu waren?

  4. #4
    Super-Moderator Avatar von Rechtspfleger
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    Hi,

    Nachbarrecht ist Landesrecht.

    Suchen Sie mal im Internet nach "Nachbarrecht Bayern". Da sollten Sie passende Infos zu den Grenzabständen finden.

    Zitat Zitat von Erlotan
    Nein. Sie dürfen lediglich das Unkraut das auf Ihr Grundstück hinüberwächst
    beseitigen und selbst entsorgen. Sie können Ihre Nachbarn zu nichts verpflichten.
    Das ist leider völlig falsch.

    Zwar gibt § 910 BGB dem Fragesteller das Recht, selbst einen Rückschnitt vorzunehmen. Das ändert aber nichts an seinem recht gem. § 1004 BGB vom Nachbarn eine Beseitigung der Störung zu verlangen.

    der TE hat also die Wahl: Selber am Zaun abzuschneiden, oder vom Nachbarn die Beseitigung zu verlangen.

  5. #5
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    Danke für die Beiträge !

    Ich werde gleich mal im Net bach Nachbarrecht Bayern suchen

    Gruß

    Raiwei

  6. #6
    Foren-Dauerbesucher Avatar von Mueck
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    Zitat Zitat von Rechtspfleger Beitrag anzeigen
    Das ändert aber nichts an seinem recht gem. § 1004 BGB vom Nachbarn eine Beseitigung der Störung zu verlangen..
    ... wobei man noch definieren müsste, in was genau die Störung besteht, wenn auf zwei bekanntermaßen und vermutlich nicht spontan (tw.) ungenutzten Grundstücken die Natur einfach macht, was sie normalerweise so macht: wachsen.
    Wenn ich so gelegentlich aufgeschnappte Berichte in die Erinnerung rufe und diese eben kurz mit einer bekannten Suchmaschine auffrische, darf die Natur das auch ... Ausnahmen dürften bei gefährlichen Pflanzen bestehen (Allergieauslöser Ambrosia fand sich eben bei der Suche) oder bei Baumbewuchs/Abstandsrecht (wobei hier vermutlich noch der genaue Status des Übergangs zur Landwirtschaft geklärt werden müsste. Gibt ja auch erwünscht bewachsene Ackerränder etc.)

    Aber immer wieder erstaunlich. Die Leute ziehen irgendwohin und sind hinterher völlig überrascht, wenn auf dem benachbarten Gleis (wieder) die Bahn fahren will, der benachbarte Bauer Landdüfte verbreitet, die Kirchturmuhr schlägt, am wunderschönen Wald- oder Feldrand die Natur entgegenkommend ist, der plätschernde Bach bei Unwetter nicht mehr nur in seinem Bett plätschert, ...

  7. #7
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    Bei mehreren mir bekannten ähnlichen Beispielen in Gemeinden meiner Umgebung (Land Brandenburg) ist es so, dass nach einer Info ans Ordungsamt die Gemeinde den Eigentümer/Verwalter auffordert, das Unkraut (oder die rüberwachsenden Äste, Büsche, dichtes Gras etc) zu entfernen. Vielleicht wendest du dich auch einfach mal freundlich an dein Rathaus? Zumindest wissen die, wie du weiter verfahren kannst.

    Viel Erfolg,
    CathyM

  8. #8
    Super-Moderator Avatar von Rechtspfleger
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    @Mueck
    Solange der anchbar das Pflanzenwachstum auf sein eigenes Grundstück beschränkt, ist das wachsen lassen ja auch kein Problem.

    Wenn er aber sein Grünzeug über die Grenze wuchern lässt, stört er den Nachbarn in der Nutzung seines Grundstücks. Und das muss er nunmal abstellen.

    (Das überwuchs eine Störung ist, ergibt sich schon aus § 910 BGB).

  9. #9
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    Jetzt mal ganz "unjuristisch": Was halten Sie denn davon, mit den Nachbarn mal zu sprechen?

  10. #10
    Neuer Benutzer
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    Danke für die Infos

    @Hannerl: Mit den Nachbarn werde ich demnächst sprechen. Aber vor den Gesprächen muss ich
    ja wissen, wie meine Rechte sind.

    @Mueck: Ich bin nicht überrascht - ich finde es nur nicht richtig, dass Nachbarn sich nicht an gewisse
    Ordnung halten.

    Gruß

    Raiwei

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