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Thema: Gewinn beim gemeinnützigen Verein

  1. #1
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    Gewinn beim gemeinnützigen Verein

    Ein gemeinnütziger Verein darf keinen Gewinn machen, so weit, so gut.

    Jetzt haben wir nach ausschließlich mageren Jahren durch Spenden etc. plötzlich ein Guthaben von über 5000 Euro.

    Weiß jemand, wie hier zu verfahren ist, damit wir die Gemeinnützigkeit nicht verlieren?

    In diesem Zusammenhang habe ich noch eine Frage, die stelle ich aber in einem neuen Thread.

    Viele Grüße

    EH

  2. #2
    Forenabhängiger :-)
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    Also bei 5000 Euro Guthaben kann ich mir Probleme mit dem Finanzamt nicht wirklich vorstellen. Ansonsten darf ein Verein Rücklagen bilden, z.B. um seine laufenden Kosten abzusichern wenn die eigenen Einnahmen auf 0 sinken oder um in kommenden Jahren ein größeres Projekt innerhalb seines Vereinszweckes zu starten.
    Ggf wäre natürlich zu prüfen wie weit die Spenden zweckgebunden erfolgt sind, die müssen dann auch für den entsprechenden Zweck verwendet werden.

  3. #3
    Foren-Dauerbesucher Avatar von Erbsenzähler
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  4. #4
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    Grundsätzlich müssen die Mittel zeitnah für die begünstigten Satzungszwecke verwendet werden. Es ist zulässig Rücklagen zu bilden. Das sind zum einen eine Betriebsmittelrücklage zur Deckung der zu erwartenden festen Kosten bis zum voraussichtlichen Eingang von neuen Mitteln (bspw. Miete, Personal, Verwaltung für 3 Monate).
    Zum anderen können für geplante Projekte (Ausstellungen, Veranstaltung, Anschaffungen u.ä.) Mittel angespart werden. Voraussetzung ist eine konkrete Planung über die Höhe der erwarteten Ausgaben und ein Zeitplan (regelmäßig nicht länger als 3 bis 5 Jahre).
    Auf die Möglichkeit der Bildung von Freien Rücklagen nach § 58 Nr. 7 AO sei hingewiesen.

  5. #5
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    Aha...

    Muss für Rücklagen ein extra Konto angelegt werden?

    Nein, die Spenden sind nicht zweckgebunden. Bzw., wenn sie es waren, sind sie schon entsprechend verbraucht. (Außer 46 Euro, die wir für einen "Zweck" bekommen haben, der nur eine Vision ist... Es wären Aufwendungen in Millionenhöhe dafür nötig. )

  6. #6
    Forenabhängiger :-)
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    Formal muss man explizite Rücklagen meines Wissens nach 'formalisieren', also Beschlüsse fassen, Zwecke, Termine, Auflösungen, etc. pp. Würde ich vorläufig vermeiden und versuchen, den Betrag 'einfach so' unter Verweis auf laufende Kosten etc. liegen zu lassen. Wir haben dafür ein Anlagekonto (Tagesgeld mit ständiger Verfügbarkeit), das wenigstens ein bißchen Zinsen abwirft. Je nachdem in welchem Zeitraum ggfs. wieder ein Freistellungsbescheid erteilt werden muss, kann man sich dann mit der Verwendung etwas Zeit lassen. In der Regel sagt einem das Finanzamt auch erstmal, dass das Geld eingesetzt werden muss. Bei 5000 Euro sehe ich das auch noch nicht so kritisch, egal welche Art Verein das ist.


    Wir haben bei uns durch ähnlich glückliche Umstände mittlerweile auch ein Mehrfaches davon auf dem Konto liegen und rechtfertigen das bisher (nur vorbereitend, eine konkrete Anfrage des Finanzamtes haben wir bisher noch nicht) mit einem Mietvertrag und anderen laufenden Verpflichtungen, aus denen wir im schlimmsten Fall nur mit Jahresfrist aussteigen können.

    Denke aber, spätestens bis zum nächsten Freistellungsbescheid müssen wir einen ordentlichen Anteil davon satzungsgemäß verwendet haben.

  7. #7
    Foren-Dauerbesucher Avatar von Erbsenzähler
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    Zuerst Beschluss fassen => Rücklage für ................denk euch was passendes aus, 3000,- Reparaturen Vereinsheim, 2000,- Sonderausstellung

    Eröffnet ein Sparbuch auf den Namen des Vereins, dann hab ihr keine Kontoführungsgebühren.

  8. #8
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    Kann man auch einfach "Rücklagen für den Vereinszweck" beschließen?

    Wir haben keine regelmäßigen Kosten, außer lächerliche wie die Gebühren für die Internetseite, benötigen aber immer wieder Geld für Veranstaltungen, Zuschüsse, Einladungen etc.

  9. #9
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    Wir haben keine regelmäßigen Kosten, außer lächerliche wie die Gebühren für die Internetseite, benötigen aber immer wieder Geld für Veranstaltungen, Zuschüsse, Einladungen etc.
    Das ist ein vernünftiger Zweck: Vorfinanzierung von Veranstaltungen

  10. #10
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    Nicht, dass ich euch nicht trauen würde...

    Aber ich habe jetzt beim Finanzamt angefragt und folgende Antwort bekommen:

    Als gemeinnütziger Verein dürfen sie natürlich Gewinne erzielen. Ggf. müssen von diesem Gewinn Körperschaft- und Gewerbesteuer abgeführt werden (wenn die Besteuerungsgrenze von 35.000 € überschritten ist) und der Freibetrag von 5.000 € nicht ausreicht. Die erwirtschafteten Mittel müssen dann für den satzungsgemäßen Zweck verwendet werden.

    Frage zum Verständnis:
    Was ist der Unterschied zwischen Besteuerungsgrenze und Freibetrag? (Sorry, ich habe davon keine Ahnung... )

  11. #11
    Super-Moderator Avatar von Catja
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  12. #12
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    Zitat Zitat von Catja Beitrag anzeigen
    Habe Kuckstu gemacht, aber dort finde ich keine Antwort auf meine Frage. Weder "Freibetrag" noch "Besteuerungsgrenze" ist dort aufgeführt.

  13. #13
    Super-Moderator Avatar von Catja
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    Das liegt daran, dass die vereinsbesteuerung in verschiedenen gesetzen verstreut liegt: AO, KStG, EStG, GewStG (und natürlich ggf. UStG)

    Reihenfolge:

    1.) Wirtschaftlicher Geschäftsbeterieb ohne Zweckbetrieb? Ja/nein
    2.) wenn ja: § 64 Abs 3 AO: Höhe der Einnahmen kleinergleich 35.000 €=> nicht steuerbar nach KStG + GewStG
    3.) wenn doch: weiter in >> § 24 KStG <<

    ....

    Gruß

  14. #14
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    Zitat Zitat von Catja Beitrag anzeigen
    Das liegt daran, dass die vereinsbesteuerung in verschiedenen gesetzen verstreut liegt: AO, KStG, EStG, GewStG (und natürlich ggf. UStG)

    Reihenfolge:

    1.) Wirtschaftlicher Geschäftsbeterieb ohne Zweckbetrieb? Ja/nein
    2.) wenn ja: § 64 Abs 3 AO: Höhe der Einnahmen kleinergleich 35.000 €=> nicht steuerbar nach KStG + GewStG
    3.) wenn doch: weiter in >> § 24 KStG <<

    ....

    Gruß
    Danke für die Mühe, Catja. Ich nehme es mir am WE zur Brust.

    Ein angenehmes WE an alle!

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