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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schule will Kind zur stationären Überrpüfung auf ADS zwingen



Wolverine
27.03.2012, 10:00
Hallo an alle die Ahnung haben bzw mir Tips geben können.

Folgender Fall.
Ein Kind besucht im Moment die 2 Klasse auf einer Grundschule. Gegen Ende des ersten Schuljahres wurde empfohlen eine Ergotherapie zu besuchen um die Konzentrationsfähigkeit des Kindes zu erhöhen. Die Eltern haben dies getan und das Kind geht seit diesem Zeitpunkt zur Ergo. Jede Woche einmal. Die Schwierigkeiten mit der Konzentration und dem Verfolgen des Unterrichtsgeschehens blieben allerdings bestehen und es gibt mehrere rote Einträge /Woche, da das Kind nicht mitmacht mit den Gedanken abschweift e. c. und sich auch manchmal mit etwas andern beschäftigt... und nach mehrer Aufforderungen und Erhöhung des Druck teilweise auch mal verweigert mitzumachen.
Nun baut die Schulleiterin einen enormen Druck bei den Eltern auf. Sie möchte eine ADS abklären lassen. Die Eltern haben diesbezüglich bereits mit Kinderartz und Therapeuten Rücksprache gehalten und auch schon Test diesbezüglich veranlasst. u. a auch ein Test wo man IQ oder Tendenzen zu ADS o ADHS aufzeigen kann. Die Ergebnisse wiesen bis heut noch nicht eindeutig in diese Richtung. Nun haben die Eltern aufgrund der Schwierigkeiten nochmal eine genauere Überprüfung angestebt. Die Wartelisten in solchen Einrichtungen liegen bei ca. 5-8 Monaten. Man kann alles ambulant machen und das wäre auch der vernünftigste Weg . Das haben die Eltern der Schule mitgeteilt und um Geduld gebeten. und auch eine eventuelle Klassenwiederholung in Betracht gezogen da die Noten nicht so doll sind.Das Kind ist ansich sehr ruhig und zurückhaltend. Er ist kein "Krawallmacher" odser massiver Störenfried...Trotzdem ist die neueste Information der Schule folgende:
Die Lehrerkonferenz hat einstimmig folgenden Beschluß gefasst: Damit der Erziehungs und Bildungsauftrag der anderen Kinder nicht gefährdet wird....

Da .... nicht immer in der Lage oder bereit ist dem Unterricht aktiv zu folgen wird er bei derartigen Vorkommnissen vom SL oder einen anderem Lehrer betreut. Somit ist also auch die Fürsorge und Aufsichtspflicht gewährleistet. Sie werden durch Eintragungen im Hausaufgabenheft davon unterrichtet.

Geht das? Sie schließen das vor sich hin träumende Kind komplett vom Unterricht aus?Die Schule möchte ihn auf eine Förderschule schicken bzw drängt massiv auf eine Unterbringung in einer stationären Eirrichtung um eine event. bestehende ASD oder ADHS abklärn zu lassen. Wie währt man sich richtig?

Stoneford
27.03.2012, 11:15
Die Lehrerkonferenz hat einstimmig folgenden Beschluß gefasst: Damit der Erziehungs und Bildungsauftrag der anderen Kinder nicht gefährdet wird....

Da .... nicht immer in der Lage oder bereit ist dem Unterricht aktiv zu folgen wird er bei derartigen Vorkommnissen vom SL oder einen anderem Lehrer betreut. Somit ist also auch die Fürsorge und Aufsichtspflicht gewährleistet. Sie werden durch Eintragungen im Hausaufgabenheft davon unterrichtet.

Das klingt nicht nach einem vor sich hin träumdenen Kind. Bei so einer Aussage seitens der Schule gehe ich von einem auffälligen Kind aus, das den Unterricht massiv stört.


Geht das?

Ja.


Sie schließen das vor sich hin träumende Kind komplett vom Unterricht aus?

Nicht komplett, nur temporär, wenn durch die Störung ein Unterricht für die anderen Kinder nicht mehr durchführbar ist.


Die Schule möchte ihn auf eine Förderschule schicken bzw drängt massiv auf eine Unterbringung in einer stationären Eirrichtung um eine event. bestehende ASD oder ADHS abklärn zu lassen. Wie währt man sich richtig?

Warum wollen Sie sich zwingend wehren? Die Schule versucht, Ihrem Kind zu helfen, da offensichtlich ein größeres Problem besteht. Sinnvoll wäre es, sich mit der Schulleitung und Klassenleitung zusammenzusetzen und die Angelegenheit zu besprechen. Da können Sie Ihren Vorschlag mit der ambulanten Untersuchung noch einmal vorbringen und sich erläutern lassen, warum die Schule eine stationäre Untersuchung für besser hält. Ebenfalls können Sie besprechen, ob eine Förderschule oder eine integrative Betreuung für Ihr Kind das Beste ist.

Im Dialog wird Ihrem Kind auf jeden Fall besser geholfen, als wnn Sie sich gegen Maßnahmen "wehren".

Wolverine
27.03.2012, 14:10
Danke. Mittlerweile hab ich auch mal Nachforschungen angestellt und mich unter den Mitschülern umgehört. Es kaspern einige Jungen rum und er ist da mit dabei..am meisten wird er rausgeschickt obwohl die andern auch mitmachen...
Wehren will sich niemand grundsätzlich gegen Maßnahmen nur gegen diese -wie mir scheint so drastische -ohne das vorher andere Möglichkeiten ausgeschöpft wurden.
Die bisherigen Mitteilungen im HA Heft beschränken sich lediglich auf labidare Äußerungen und Kritik an seiner Mitarbeit. Ich finde das eine solche Massnahme bei massiven dauerhaften Störungen durchaus in höheren Klassen gerechtfertigt sein kann. Die Schule wurde informiert und um weitere gute Zusammenarbeit gebeten. Die stationäre Geschichte wird aufgrund der emotionalen Beschaffenheit des Kindes nicht für gut geheißen und warum soll man diesen Weg wählen und einen emotionale Störung provozieren wenn es auch anders geht. Wiso soll man ein Kind zusätzlich quälen? Für so was?! Es gibt keinen Grund dafür das eine stationäre Abklärung nötig ist. Die integrative Betreuung ist an dieser Schule nicht wirklich gewünscht, das hat sich in den letzen Jahren auch am Beispiel von anderen Kindern mit ähnlichen oder selben Problem gezeit. So ein Weg stellt sich im Zuge der Zusammenarbeit mit den Therapeuten e. c. heraus..das funktioniert nicht von jetzt auf gleich. Ausserdem drängt sich hier der Verdacht auf, das das Kind weil es etwas schwieriger, ist abgeschoben werden soll. Mir stößt der Weg den die Schule hier geht sauer auf... das stelle ich mir nicht unter guter ZUsammenarbeit vor.
Ich kenn das auch anders und habe auf der gleichen Schule meine Kinder gehabt. Es war ein Kampf aber ich habe mit Hilfe von Therapeuten und Ärtzen einen Weg gefunden meine Kinder durch diese Schule zu führen (Beide ADHS)

BabyOne
29.03.2012, 12:47
Die Eltern könnten doch zuerst einmal im Unterricht hospitieren und sich so ein eigenes Bild von der Lage machen. Ich habe auch mal gehört, dass es Vereine für Eltern von ADHS-Kindern gibt, von denen aus eine sachkundige Person zum Hospitieren in die Schule gehen kann, die dann erstens den Eltern Rückmeldung geben kann ob es wirklich so läuft wie die Schule behauptet, und die zweitens der Lehrkraft ein Feedback geben kann, was er oder sie selber tun kann, um die Situation mit dem Kind in der Klasse zu verbessern.

Wenn man das Gefühl hat in die Defensive gedrückt zu werden, dann hilft es evtl., durch solche Maßnahmen selber aktiv zu werden... Ich wäre auch skeptisch, ein Kind holterdipolter in eine Förderschule geben zu lassen, selbst wenn dort die Förderbedingungen zuerst mal besser sind als an der Regelschule. Der Weg zurück an die Regelschule wird einem vielleicht nie mehr geboten, und dann ist das Kind für den Rest seines Lebens stigmatisiert und durch einen schlechteren oder gar keinen Abschluss benachteiligt. Manche Lehrer machen es sich auch zu leicht - ich habe auch im Bekanntenreis erlebt, wie ein Junge von seinen Lehrern mit Gewissheit die Diagnose ADHS zugesprochen bekam und der Mutter die Förderschule empfohlen wurde. Dieselben Lehrer haben dann etwas dumm geschaut, als ein Psychologe nach Tests diese Diagnose nicht stellen wollte. Der Junge hat dann die Grundschule ganz normal beendet und sogar den Notenschnitt für den Übertritt ans Gymnasium bekommen.

Wolverine
02.04.2012, 10:18
das mit den Vereinen ist ne gute Idee.. Eltern dürfen grundsätzlich nicht hospitieren da weigert sich die Schule und so naiv - zu denken das sich das kind dann nicht extra zusammenreißt wenn mama hinten sitzt- sind wir nicht.. aber ne neutrale Person reinschicken wäre ne Maßnahme mal schauen wer hier in der Region sowas macht. Dankeschön

cherokee
02.04.2012, 10:38
Tja, wenn der Lehrkörper überfordert ist (warum auch immer), hat das Kind ADS ADHS etc... warum gab es solche Krankheitsbilder nur zu meiner Schulzeit nichtmal ansatzweise? Sicher gab es störenfriede, ich selber war auch kein Lamm, aber die lehrer wussten sich da zu helfen!

Wolverine
02.04.2012, 10:51
Ja früher.. das ist ein anders Thema da kam schon mal ein Schlüsselbund gefolgen definitiv den kürzeren zog da der Brillenträger.. und heut.... Hat der Leher ANgst in die Klasse zu gehen weil er bespuckt beschimpft und angegriffen wird.. ist zwar meist in höheren klassen ein Problem aber die Lehrer laufen auf dünnen Eis was die "Maßnahmen" betriftt
Nein aber ich denke auch es gibt wenige LEher die noch mit Lust arbeiten und wenn man dann so ne "Kannallien " bei hat ist der Weg des geringsten Widerstandes meist der schneller gewählte.---

Stoneford
02.04.2012, 10:52
Tja, wenn der Lehrkörper überfordert ist (warum auch immer), hat das Kind ADS ADHS etc... warum gab es solche Krankheitsbilder nur zu meiner Schulzeit nichtmal ansatzweise? Sicher gab es störenfriede, ich selber war auch kein Lamm, aber die lehrer wussten sich da zu helfen!

Und das hilft bei so einer ernsten Problematik nun überhaupt nicht weiter ...

Ein Förderschulverfahren hängt nicht von irgendwelchen persönlichen Empfindungen oder Befindlichkeiten irgendeines Beteiligten ab und gehtt nicht mal eben so auf Zuruf. Sie können sicher sein, dass dort genau geprüft wird.

Das Krankheitsbild war zu Ihrer Schulzeit vermutlich noch nicht bekannt. Gab's noch Kloppe?

cherokee
02.04.2012, 11:00
nee, kloppe gab es nicht mehr, wobei ein lehrer hat sich mal mit einer schallenden ohrfeige bei einem querulanten wieder vernünftiges gehör verschafft, danach war einfach ruhe und gut. da haben aber auch die eltern nicht wegen jedem mist einen aufstand gemacht!

Stoneford
02.04.2012, 11:29
ein lehrer hat sich mal mit einer schallenden ohrfeige bei einem querulanten wieder vernünftiges gehör verschafft, danach war einfach ruhe und gut. da haben aber auch die eltern nicht wegen jedem mist einen aufstand gemacht!

Das, was Sie da beschreiben, ist kein "Mist", sondern Körperverletzung.

cherokee
02.04.2012, 12:39
Mag ja sein und es fand auch keiner gut, aber es hat einfach nur gewirkt!

das war aber auch garnicht das , was ich mit "mist" meinte. das sollte unabhängig voneinader betrachtet werden, für die ohrfeige hatte der lehrer schon ordentlich stress bekommen.

ich meine, das heute wegen jeder fliege dem lehrer ein strick von den eltern gedreht wird. anstatt sich hinter ihn zu stellen und nicht nur seinem eigenen blagen alles recht machen zu wollen und in watte zu packen. Ich glaube auch, dass sich viele eltern garnicht mehr richtig um ihre kinder kümmern (wollen oder können)... kein wunder, dass diese dann "komisch" werden. Die eltern sind viel zu sehr mit Kohle und karriere beschäftigt! Ist nur meine kleine wahrnehmung aus der gesellschaft!

nane
02.04.2012, 18:14
In den sechziger Jahren verhalf der US-Psychiater Leon Eisenberg ADS/ADHS zum Durchbruch kurz vor seinem Tod 2009 offenbarte der alte Mann den Schwindel. Niemals hätte er gedacht, dass seine Erfindung einmal derart populär würde, sagte er in einem Bericht.

ADHS ist ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung!

Oft spielen familiäre Probleme eine wichtige Rolle, die zu untersuchen sind, zudem sind meistens Jungen betroffen, was auch damit zusammenhängt, dass diese nicht selten ein ungezügelteres Temperament haben als ihre weiblichen Mitstreiter. Wenn die Hospitation dann ergibt, dass das Kind ADHS haben soll - was dann? Sicher es ist viel einfacher dem Kind eine Pille einzuwerfen, statt das Problem an der Wurzel zu fassen.

cherokee
02.04.2012, 18:53
Nimm den ADS/ADHS Anhängern ja nicht Ihren Glauben an diese Krankheit... wie soll man denn dann seine eigene Unfähigkeit mit Kindern umzugehen rechtfertigen können!

Melissa
02.04.2012, 21:27
Die Eltern könnten doch zuerst einmal im Unterricht hospitieren und sich so ein eigenes Bild von der Lage machen.

Das geht nur nach Genehmigung der anderen Eltern - die anderen Kinder stehen unter Datenschutz.

Es geht einer Schule um ALLE Schüler/innen. Wenn ein Kind das Lernen aller anderen massiv beeinträchtigt, sollten zügige Lösungen gefunden werden, damit das Lernen aller wieder gewährleistet ist und geleistet werden kann.

Wenn ständig Einzelbetreuung nötig ist, belastet das die Schule sehr - diese Lehrer fehlen dann woanders. Die Bemessungen an Lehrerstellen für Schulen sind nun ja nicht so extrem hoch.
Es spricht auch dafür, dass das Kind offensichtlich in einer Regelschule massiv überfordert ist und man eventuell auch über eine Sonderbeschulung mit zusätzlichen Fördermöglichkeiten und kleineren Klassen nachdenken muss. Dabei helfen aber Tests, die erst in einem Dreivierteljahr stattfinden, nicht. Bedenken muss man auch, dass die derzeitige Situation für das Kind selbst wahrscheinlich sehr belastend ist und die Entwicklung nicht gerade fördert.

Wenn die Lehrerkonferenz gemeinsam zu dem Beschluss kommt (also Einigkeit unter mehreren Pädagogen besteht), dass eine zügige Überprüfung notwendig ist, sollte man das sehr sehr ernst werden. Denn in der Regel haben Lehrer das Wohl ihrer Schüler/innen im Sinne.


Der Weg zurück an die Regelschule wird einem vielleicht nie mehr geboten,

Das ist Blödsinn! Das Schulsystem ist durchlässig.